Heinrichstraße 124
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 5' 4.27" N, 15° 27' 24.66" E
Burgfriedstein 7
Graz erhielt spätestens um 1240 einen eigenen Stadtrichter, bestätigt wurde dieses Privileg mit anderen Rechten von Herzog Rudolf IV. aber erst 1361. In dieser Urkunde sind auch die Grenzen des Burgfrieds von Graz schon relativ genau beschrieben. Sie sollten sich im Großen und Ganzen bis zur Erweiterung von 1938 erhalten. Zur Sicherung der Grenzen der Stadt Graz wurden Burgfriedsteine aufgestellt, von denen uns zwei Protokolle der Burgfried-Bereitungen von 1673 und 1749 berichten. Da also schon 1673 die "Rainstaine" beschrieben wurden, kann man annehmen, dass sie schon bei der aus 1621 bekannten Bereitung aufgestellt worden waren und das Einmeißeln der Jahreszahl als Art Bestätigung zu sehen ist. Die Bereitung von 1749 nennt die ersten zehn "Marchsteine", die restlichen wieder "Reinstein". Bei einer "Bereitung" zog die Bürgerschaft zu Pferd und zu Fuß aus, um die Grenzen des Burgfrieds abzugehen. Alle benachbarten Grund- bzw. Gerichtsherren wurden eingeladen, ließen sich aber oft durch "Agenten" vertreten - 1749 erschienen dazu nur wenige.
(Nach Pscholka, Burgfried 1912; Popelka, Geschichte I, 1928)
Von den ursprünglich 25 Grenz-Steinen sah Pscholka 1912 noch neun, heute sind es nur mehr vier. Dieser an der Ecke des Hauses Heinrichstraße 124 zur Hilmgasse platzierte Stein zeigt an der zur Straße gerichteten Seite den Grazer Panther. Ob sich auf der kaum einsehbaren Innenseite unter der erkennbaren Jahreszahl 1749 auch noch 1673 findet, ist nicht zu erkennen, da der Stein direkt außen an den Vorgartensockel gestellt wurde.