Andritzer Reichsstraße 160: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Koordinaten:: 47° 4'45.44"N, 15°25'28.57"E]]
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==Schloss St. Gotthard mit Pfefferbüchsel==
==Schloss St. Gotthard und Pfefferbüchsel==


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Hier, Am Damm 53 – 57 stellte von 1627 bis nach 1707 die Familie MUSTRAL Leder her. Die Fabrik in den um 1628 den Herren von Stürgkh und Gera als Gülthof (Zinsgarten) dienenden Gebäuden nutzte die Wasserkraft des damals nahe vorbei fließenden Mühlgangs als Energiespender. Schon 1630 saß hier der Lederer und Schuster J. Mustral. Gera schenkte den Besitz 1638 den Barmherzigen Brüdern und diese verkauften ihn 1645 dem Mustral; nach ihm hießen der Hof und die Gasse noch um 1785. Die Ansicht von Andreas TROST von 1699 zeigt ein stattliches Haus.
Besitzgeschichte: Schon 1290 besitzt das obersteirische Stift St. Lampbrecht einen Weinzehent bei Andritz. 319 wird ein Hof ''Weinzierl'' genannt: Ulrich von Wallsee, Landeshauptmann von Steiermark, vergleicht den Abt von St. Lambrecht in dessen Streit mit dem Hofmeister Niklas von Weinzierl um den Hof Weinzierl. 1372 leiht das Stift dem Erhart Chrael (Krel oder Krell) von Spiegelfeld und seiner Hausfrau Anna 60 lb. auf ihren zu Weinzierl gelegenen Hof. 1386 überträgt ein Konsortium von Juden den Hof Erharts des Chrael zu Weinzurl und den Plickch-Weingarten zu St. Veit, die beide ihnen versetzt waren, dem Abte David von St. Lambrecht für 200 Pfund Pfennige als Pfandlösung. Das Stift verwendete das Gut nun als Meierhof. 1373 wird zum ersten Mal der Name St. Gotthard genannt: Der Pfarrer Peter zu St. Veit bei Weinzierl verpflichtet sich und seine Nachfolger gegen Übergabe eines unterhalb der St. Veitskirche gelegenen Weinzehents durch den Abt Peter von St. Lambrecht zur Feier einer Messe in jeder Woche und zwar in der St. Gotthards – Kapelle zu Weinzierl. 1386 überträgt ein Konsortium von Juden den Hof Erharts des Chrael zu Weinzurl und den Plickch-Weingarten zu St. Veit, die beide ihnen versetzt waren, dem Abte David von St. Lambrecht für 200 Pfund Pfennige als Pfandlösung. Dieser Erhart Krel von Spiegelfeld, nach Baravalles ein Dienstmann der Stubenberger, deutet darauf hin, dass vorher die Stubenberg den Hof besessen hatten.
 
Das ehemalige Mauthaus ''„Wög Mauth Haus“'' in der Wiener Straße 43, zuletzt ein Gasthaus (links im Foto von 1910), ist schon vor Jahren abgerissen worden. 2010 folgte ein Nebengebäude des Mustralhofes.


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Version vom 21. August 2011, 20:28 Uhr

47° 4' 45.44" N, 15° 25' 28.57" E

Schloss St. Gotthard und Pfefferbüchsel

Besitzgeschichte: Schon 1290 besitzt das obersteirische Stift St. Lampbrecht einen Weinzehent bei Andritz. 319 wird ein Hof Weinzierl genannt: Ulrich von Wallsee, Landeshauptmann von Steiermark, vergleicht den Abt von St. Lambrecht in dessen Streit mit dem Hofmeister Niklas von Weinzierl um den Hof Weinzierl. 1372 leiht das Stift dem Erhart Chrael (Krel oder Krell) von Spiegelfeld und seiner Hausfrau Anna 60 lb. auf ihren zu Weinzierl gelegenen Hof. 1386 überträgt ein Konsortium von Juden den Hof Erharts des Chrael zu Weinzurl und den Plickch-Weingarten zu St. Veit, die beide ihnen versetzt waren, dem Abte David von St. Lambrecht für 200 Pfund Pfennige als Pfandlösung. Das Stift verwendete das Gut nun als Meierhof. 1373 wird zum ersten Mal der Name St. Gotthard genannt: Der Pfarrer Peter zu St. Veit bei Weinzierl verpflichtet sich und seine Nachfolger gegen Übergabe eines unterhalb der St. Veitskirche gelegenen Weinzehents durch den Abt Peter von St. Lambrecht zur Feier einer Messe in jeder Woche und zwar in der St. Gotthards – Kapelle zu Weinzierl. 1386 überträgt ein Konsortium von Juden den Hof Erharts des Chrael zu Weinzurl und den Plickch-Weingarten zu St. Veit, die beide ihnen versetzt waren, dem Abte David von St. Lambrecht für 200 Pfund Pfennige als Pfandlösung. Dieser Erhart Krel von Spiegelfeld, nach Baravalles ein Dienstmann der Stubenberger, deutet darauf hin, dass vorher die Stubenberg den Hof besessen hatten.



Kommentar: Das ursprünglich denkmalgeschützte Haus, das in Graz Industriegeschichte geschrieben hatte, wurde im Februar 2011 abgerissen. Der anschließende Betrieb, ein weltweit operierendes Unternehmen, machte wirtschaftliche (!) Gründe geltend und erreichte die Aufhebung des Denkmalschutzes. Der denkmalgeschützte Bildstock steht nun vereinsamt in einer industriellen Brachlandschaft. Ein abschreckendes Beispiel, wie fehlender Wille zur Stadtgestaltung das Erscheinungsbild eines ganzen Viertels zerstören kann.

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