Stanglmühlstraße 30: Unterschied zwischen den Versionen

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==Ehemalige "Stangl-Mühle"==
==Ehemalige "Stangl-Mühle"==


Die ehemalige Hofmühle der Herrschaft Liebenau beherbergte für etwas mehr als 20 Jahre, nämlich von 1759 bis nach 1780, die damals einzige steirische Schnupftabakfabrik. Die Qualität wurde jedoch immer kritisiert. Nachdem 1780 die Produktion in Fürstenfeld konzentriert worden war, ersteigerte der Grazer Bäcker Franz Xaver Pfeffer 1787 die Anlage um 6.000 Gulden und richtete hier wieder eine Getreidemühle ein. Mit seiner neu erworbenen Mühle ließ er sich abbilden und lieferte mit dem Bild auch gleich die Erklärung für seine Resignation als Bäcker, indem er die Aufschrift „Darum kaufte ich mir die Mühl, warum? Weil das Kreuz der Bäken war zu viel“ anbringen ließ und seine Initialen dazusetzte.  
Die ehemalige Hofmühle der Herrschaft Liebenau beherbergte für etwas mehr als 20 Jahre, nämlich von 1759 bis nach 1780, die damals einzige steirische Schnupftabakfabrik. Die Qualität wurde jedoch immer kritisiert. Nachdem 1780 die Produktion in Fürstenfeld konzentriert worden war, ersteigerte der Grazer Bäcker Franz Xaver Pfeffer 1787 die Anlage um 6.000 Gulden und richtete hier wieder eine Getreidemühle ein. Mit dieser Mühle ließ er sich abbilden und lieferte mit dem Bild auch gleich die Erklärung für seinen Rückzug als Bäcker, indem er die Aufschrift „Darum kaufte ich mir die Mühl, warum? Weil das Kreuz der Bäken war zu viel“ anbringen ließ und seine Initialen dazusetzte.  


Auf der Murstromkarte aus dieser Zeit ist diese Mühle als "Pfeffermühle" gut zu erkennen. Entsprechend der letzten Besitzerreihe wird die Mühle seit 1935 Stanglmühle genannt. Ihr Grundriß hat sich seit der ersten Hälfte des 19. Jh. kaum verändert. Der Komplex besteht noch immer aus dem Mühlengebäude, dem Herrenhaus und Nebengebäuden. Die Energie bezog die Mühle aus dem westlich vorbeifließenden, dem schon 1466 genannten Overholzerischen Mühlgang, der von der Friedl-Mühle nach Süden floss, aber nach dem verheerenden Hochwasser von 1916 aufgelassen wurde.
Auf der Murstromkarte aus dieser Zeit ist diese Mühle als "Pfeffermühle" gut zu erkennen. Entsprechend der letzten Besitzerreihe wird die Mühle seit 1935 Stanglmühle genannt. Ihr Grundriß hat sich seit der ersten Hälfte des 19. Jh. kaum verändert. Der Komplex besteht noch immer aus dem Mühlengebäude, dem Herrenhaus und Nebengebäuden. Die Energie bezog die Mühle aus dem westlich vorbeifließenden, dem schon 1466 genannten "Overholzerischen" Mühlgang, der von der Friedl-Mühle nach Süden floss, aber nach dem verheerenden Hochwasser von 1916 aufgelassen wurde.
   
   
Nach: Ernst, Schnupftabak in Graz 1996; Kubinzky-Wenter, Straßennamen)
(Nach: Ernst, Schnupftabak in Graz 1996; Kubinzky-Wenter, Straßennamen)


''Kommentar: Das ehemalige Mühlen-Ensemble ist ein Zeugnis der kleinindustriellen Struktur am ehemaligen Liebenauer Mühlgang. Seiner Erhaltung sollte auch wegen der geschichlichen Bedeutung für die Tabakproduktion in der Steiermark weiterhin Augenmerk geschenkt werden.''
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Version vom 2. Mai 2012, 13:34 Uhr

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Ehemalige "Stangl-Mühle"

Die ehemalige Hofmühle der Herrschaft Liebenau beherbergte für etwas mehr als 20 Jahre, nämlich von 1759 bis nach 1780, die damals einzige steirische Schnupftabakfabrik. Die Qualität wurde jedoch immer kritisiert. Nachdem 1780 die Produktion in Fürstenfeld konzentriert worden war, ersteigerte der Grazer Bäcker Franz Xaver Pfeffer 1787 die Anlage um 6.000 Gulden und richtete hier wieder eine Getreidemühle ein. Mit dieser Mühle ließ er sich abbilden und lieferte mit dem Bild auch gleich die Erklärung für seinen Rückzug als Bäcker, indem er die Aufschrift „Darum kaufte ich mir die Mühl, warum? Weil das Kreuz der Bäken war zu viel“ anbringen ließ und seine Initialen dazusetzte.

Auf der Murstromkarte aus dieser Zeit ist diese Mühle als "Pfeffermühle" gut zu erkennen. Entsprechend der letzten Besitzerreihe wird die Mühle seit 1935 Stanglmühle genannt. Ihr Grundriß hat sich seit der ersten Hälfte des 19. Jh. kaum verändert. Der Komplex besteht noch immer aus dem Mühlengebäude, dem Herrenhaus und Nebengebäuden. Die Energie bezog die Mühle aus dem westlich vorbeifließenden, dem schon 1466 genannten "Overholzerischen" Mühlgang, der von der Friedl-Mühle nach Süden floss, aber nach dem verheerenden Hochwasser von 1916 aufgelassen wurde.

(Nach: Ernst, Schnupftabak in Graz 1996; Kubinzky-Wenter, Straßennamen)


Kommentare

Das ehemalige Mühlen-Ensemble ist ein Zeugnis der kleinindustriellen Struktur am ehemaligen Liebenauer Mühlgang. Seiner Erhaltung sollte auch wegen der geschichlichen Bedeutung für die Tabakproduktion in der Steiermark weiterhin Augenmerk geschenkt werden.

Einzelnachweise

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