Fabriksgasse 17 (Graz): Unterschied zwischen den Versionen
Aus Baugeschichte
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
{{TextBilder | {{TextBilder | ||
|Textabschnittstitel=Ehem. Weißgeschirrfabrik | |Textabschnittstitel=Ehem. Weißgeschirrfabrik | ||
|Textabschnitt=Der kümmerliche Rest der ersten Grazer Weißgeschirrfabrik ist das ebenerdige, 1828 nach einem Brand wiedererrichtete Betriebsgebäude. Es liegt östlich des 1650 erstmals genannten, aber vermutlich weitaus älteren denkmalgeschützten "Falkenhofes" (Lazarettgürtel 77), der den Fabrikaten als Herrenhaus gedient hatte. Am 19. Dezember 1719 hatte sich Franz Joseph Hueber erboten, eine ''Fabrique und Manufaktur von Majolika und Geschirr'' auf seine Kosten aufzurichten. 1721 erhielt | |Textabschnitt=Der kümmerliche Rest der ersten Grazer Weißgeschirrfabrik ist das ebenerdige, 1828 nach einem Brand wiedererrichtete Betriebsgebäude. Es liegt östlich des 1650 erstmals genannten, aber vermutlich weitaus älteren denkmalgeschützten "Falkenhofes" (Lazarettgürtel 77), der den Fabrikaten als Herrenhaus gedient hatte. Am 19. Dezember 1719 hatte sich Franz Joseph Hueber erboten, eine ''Fabrique und Manufaktur von Majolika und Geschirr'' auf seine Kosten aufzurichten. Dieser Betrieb dürfte sich zunächst an der Ecke [[Karlauer Straße 14]] (Köstenbaumgasse 2) befunden haben. 1721 erhielt Hueber mit seinem Compagnon Wenzel Zimmerhäckl von Kaiser Karl VI. ein Privileg für zwölf Jahre, das er trotz der Schädigungsmaßnahmen der Grazer Hafner bis 1746 verlängern konnte. 1751 hat dann Anton Ignaz Heß den Betrieb in die (bis 1870 so genannte) Krüglfabriks- oder Weißgeschirrfabriksgasse verlegt. Das beweist uns die Weintazkarte von 1750, die hier noch keinen Betrieb zeigt, sondern nur den "Reiner Garten" an der Stelle des heutigen Falkenhofes. 1779 wird als Besitzer Joseph Urli genannt, 1800 Karl Bianchi, aber auch Graf Dietrichstein. Aus einer exekutiven Versteigerung erstand 1807 Joseph Halbärth die Weißgeschirrfabrik "in der Karlau"; der Großhandelskaufmann besaß einen bedeutenden Spezereiwarenhandel und war Teilhaber einer großen Handelsgesellschaft in Triest. Halbärths Sohn Joseph Leopold unterzeichnete 1829 als Viertelmeister der "Gemeinde" Karlau die Karte zum Franziszeischen Kataster. 1852 kaufte Friedrich Bruno Andrieu die Fabrik, stellte sie aber schon 1856 auf die Erzeugung von Nägeln und Drahtstiften um. | ||
1852 kaufte Friedrich Bruno Andrieu die Fabrik, stellte sie aber schon 1856 auf die Erzeugung von Nägeln und Drahtstiften um. | |||
}} | }} | ||
[[Kategorie: Schutz-Kataster Gries]][[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie: Schutz-Kataster Gries]][[Kategorie:Geschichte]] | ||
{{Discussion}} | {{Discussion}} | ||
Version vom 8. März 2016, 22:41 Uhr
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 3' 30.12" N, 15° 25' 39.58" E
Ehem. Weißgeschirrfabrik
Der kümmerliche Rest der ersten Grazer Weißgeschirrfabrik ist das ebenerdige, 1828 nach einem Brand wiedererrichtete Betriebsgebäude. Es liegt östlich des 1650 erstmals genannten, aber vermutlich weitaus älteren denkmalgeschützten "Falkenhofes" (Lazarettgürtel 77), der den Fabrikaten als Herrenhaus gedient hatte. Am 19. Dezember 1719 hatte sich Franz Joseph Hueber erboten, eine Fabrique und Manufaktur von Majolika und Geschirr auf seine Kosten aufzurichten. Dieser Betrieb dürfte sich zunächst an der Ecke Karlauer Straße 14 (Köstenbaumgasse 2) befunden haben. 1721 erhielt Hueber mit seinem Compagnon Wenzel Zimmerhäckl von Kaiser Karl VI. ein Privileg für zwölf Jahre, das er trotz der Schädigungsmaßnahmen der Grazer Hafner bis 1746 verlängern konnte. 1751 hat dann Anton Ignaz Heß den Betrieb in die (bis 1870 so genannte) Krüglfabriks- oder Weißgeschirrfabriksgasse verlegt. Das beweist uns die Weintazkarte von 1750, die hier noch keinen Betrieb zeigt, sondern nur den "Reiner Garten" an der Stelle des heutigen Falkenhofes. 1779 wird als Besitzer Joseph Urli genannt, 1800 Karl Bianchi, aber auch Graf Dietrichstein. Aus einer exekutiven Versteigerung erstand 1807 Joseph Halbärth die Weißgeschirrfabrik "in der Karlau"; der Großhandelskaufmann besaß einen bedeutenden Spezereiwarenhandel und war Teilhaber einer großen Handelsgesellschaft in Triest. Halbärths Sohn Joseph Leopold unterzeichnete 1829 als Viertelmeister der "Gemeinde" Karlau die Karte zum Franziszeischen Kataster. 1852 kaufte Friedrich Bruno Andrieu die Fabrik, stellte sie aber schon 1856 auf die Erzeugung von Nägeln und Drahtstiften um.