Keplerstraße 114c: Unterschied zwischen den Versionen

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|Textabschnittstitel=Ehem. Bierlager Schreiner
|Textabschnittstitel=Ehem. Keller des Bierlagers Schreiner
|Textabschnitt=Anton Diefenbacher, damals einer der 17 Braumeister von Graz, wollte seinen kleinen Betrieb in der Prankergasse 25 durch eine Bierhalle gegenüber des neuen Südbahnhofs ergänzen. Baumeister Andreas Stadler entwarf 1846 die Pläne. Die dem Bahnhof zugewandte 12-achsige Front wurde mittels Riesenpilastern geglieder und hatte einen auf vier ionischen Säulen ruhenden Portikus mit drei hohen Eingangstoren. Zur Lagerung der für den Ausschank benötigten Fässer war unter der Halle ein tiefer Sommerbierkeller vorgesehen. 1848 erwarb Franz Schreiner, vorher Geschäftsführer div. Brauereien, das Brauhaus Diefenbachers und damit auch die im Bau befindlich Bierhalle. Am 25. Februar 1849 wurde die Bierhalle feierlich eröffnet. Schon 1860 kam es zur ersten Erweiterung der Kelleranlage, der 1874/75 noch eine weitere folgte.
|Textabschnitt=Anton Diefenbacher, damals einer der 17 Braumeister von Graz, wollte seinen kleinen Betrieb in der Prankergasse 25 durch eine Bierhalle gegenüber des neuen Südbahnhofs ergänzen. Baumeister Andreas Stadler entwarf 1846 die Pläne. Die dem Bahnhof zugewandte 12-achsige Front wurde mittels Riesenpilastern geglieder und hatte einen auf vier ionischen Säulen ruhenden Portikus mit drei hohen Eingangstoren. Zur Lagerung der für den Ausschank benötigten Fässer war unter der Halle ein tiefer Sommerbierkeller vorgesehen. 1848 erwarb Franz Schreiner, vorher Geschäftsführer div. Brauereien, das Brauhaus Diefenbachers und damit auch die im Bau befindlich Bierhalle. Am 25. Februar 1849 wurde die Bierhalle feierlich eröffnet. Schon 1860 kam es zur ersten Erweiterung der Kelleranlage, der 1874/75 noch eine weitere folgte.
Nach dem Tod Franz Schreiners 1880 wurde die Brauerein "Franz Schreiner & Söhne" in die "1. Grazer Actien-Brauerei" umgewandelt. Nachdem 1889 die Hold'sche Brauerei in Puntigam erworben wurde, kam es 1895/96 zur Auflassung des Betriebes in der Prankergasse. Da die Bierhalle schon etliche Jahre vorher zugunsten der "Annensäle" aufgelassen und in ein Wohngebäude umgewandelt worden war, wurden auch die Keller funktionslos und daher 1898 an die Stadtgemeinde verkauft. Wie die Skizze aus 1900 und der Plan aus 1905 zeigen, gab es eine West- und eine Osthalle
Nach dem Tod Franz Schreiners 1880 wurde die Brauerei Franz Schreiner & Söhne in die "1. Grazer Actien-Brauerei" umgewandelt. Nachdem diese 1889 die Hold'sche Brauerei in Puntigam erworben hatte, kam es 1895/96 zur Auflassung des Betriebes in der Prankergasse. Da die Bierhalle schon etliche Jahre vorher zugunsten der "Annensäle" aufgelassen und in ein Wohngebäude umgewandelt worden war, wurden auch die Keller funktionslos und daher 1898 an die Stadtgemeinde verkauft. Wie die Skizze aus 1900 und der Plan aus 1905 zeigen, gab es eine Westhalle ("Verzehr-Steuer-P.-Direkt.") und eine Osthalle ("Städt. Markthalle"), die aber dann an Unternehmer vermietet wurden. Während des 2. Weltkrieges wurden Teile dieser Keller als Luftschutzräume eingerichtet. Am 13. Oktober 1944 durchschlug eine Bombe die heute noch bestehende östliche Kelleranlage und vernichtete das Lager der Weingroßhandlung Pugl & Co. (29 Menschenleben vernichtete hingegen am 1. November 1844 eine Bombe in einem Luftschutzkeller der Keplerstraße 111, weil gleichzeitig die Hauptwasserleitung getroffen worden war).
 
Da heute nicht mehr bestehende Haus Nr. 35 = Ghegastraße 23 (52 u. 1000/1; 551/52; 567/68; 569/70; 576/77; Packstraße 2 und 4) Eggenberg.
Hieß einst sehr merkwürdig „Klein-Luttenberg“. Zwei Gärten. a) 1701 J. Sommer, Gastgeb (?), 1724 bis 1740 S. PARMANN, 1741 M. A. FASCHING, Gastgebin (1.250 fl.), 1744, 1755 F. Solama. b) War um 1710 ein Acker, H. NEUBAUER „richtete Häusl und Garten auf“, 1722, 1755 G. FRIEDRICH (400 fl). Beides kaufte 1755 J. JUKHART, 1770 M. P. WIßHOFER verh. A. MAURUS, lsch. Offiz., Konkurs seiner Erben vor 1798, darauf Graf Peter SERMAGE (3.025 ½ fl.); 1824 S. v. CAITOZ, darauf schneller Wechsel, 1833 Al. RAUCH, der 1873 einen Teil des Gartens dem Handelsmann S. JUHASZ verkaufte, 1895: Packstraße Nr. 2 ERSTE GRAZER AKTIENBRAUEREI, Nr. 4 (seit 1896 Ghegastraße Nr. 23) J. FISCHER, 1900, 1936 GEMEINDE GRAZ.
Trost verzeichnet a) nicht, wohl aber gegenüber auf der Böschung des alten Uferrandes ein großes Haus, entsprechend WASTLER, Rebengasse Nr. 6 (siehe dieses).
|Bildname1=1875, Bahnhof-Viertel Wastler.jpg
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|Bildbeschreibung1=Bahnhofviertel (Wastler)
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Aktuelle Version vom 5. März 2024, 19:39 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8020



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47° 4' 26.08" N, 15° 25' 9.91" E

Ehem. Keller des Bierlagers Schreiner

Anton Diefenbacher, damals einer der 17 Braumeister von Graz, wollte seinen kleinen Betrieb in der Prankergasse 25 durch eine Bierhalle gegenüber des neuen Südbahnhofs ergänzen. Baumeister Andreas Stadler entwarf 1846 die Pläne. Die dem Bahnhof zugewandte 12-achsige Front wurde mittels Riesenpilastern geglieder und hatte einen auf vier ionischen Säulen ruhenden Portikus mit drei hohen Eingangstoren. Zur Lagerung der für den Ausschank benötigten Fässer war unter der Halle ein tiefer Sommerbierkeller vorgesehen. 1848 erwarb Franz Schreiner, vorher Geschäftsführer div. Brauereien, das Brauhaus Diefenbachers und damit auch die im Bau befindlich Bierhalle. Am 25. Februar 1849 wurde die Bierhalle feierlich eröffnet. Schon 1860 kam es zur ersten Erweiterung der Kelleranlage, der 1874/75 noch eine weitere folgte. Nach dem Tod Franz Schreiners 1880 wurde die Brauerei Franz Schreiner & Söhne in die "1. Grazer Actien-Brauerei" umgewandelt. Nachdem diese 1889 die Hold'sche Brauerei in Puntigam erworben hatte, kam es 1895/96 zur Auflassung des Betriebes in der Prankergasse. Da die Bierhalle schon etliche Jahre vorher zugunsten der "Annensäle" aufgelassen und in ein Wohngebäude umgewandelt worden war, wurden auch die Keller funktionslos und daher 1898 an die Stadtgemeinde verkauft. Wie die Skizze aus 1900 und der Plan aus 1905 zeigen, gab es eine Westhalle ("Verzehr-Steuer-P.-Direkt.") und eine Osthalle ("Städt. Markthalle"), die aber dann an Unternehmer vermietet wurden. Während des 2. Weltkrieges wurden Teile dieser Keller als Luftschutzräume eingerichtet. Am 13. Oktober 1944 durchschlug eine Bombe die heute noch bestehende östliche Kelleranlage und vernichtete das Lager der Weingroßhandlung Pugl & Co. (29 Menschenleben vernichtete hingegen am 1. November 1844 eine Bombe in einem Luftschutzkeller der Keplerstraße 111, weil gleichzeitig die Hauptwasserleitung getroffen worden war).

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