Grillparzerstraße 10: Unterschied zwischen den Versionen

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|Textabschnittstitel=Margaretenbad
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|Textabschnitt=Das Areal des heutigen Freibades gehörte war einst "Zschocks englicher Garten". Um 1900 erwarb ihn der Bauunternehmer Ing. Alexander Zerkowitz und entwarf einen Wohnblock. Zwischen 1910 und 1912 wurden vier Häuser an der Ecke Grillparzerstraße-Humboldtstraße erbaut, besonders hervorzuheben ist dabei [[Grillparzerstraße 4]].  
|Textabschnitt=Das Areal des heutigen Freibades gehörte war einst "Zschocks englicher Garten". Um 1900 erwarb ihn der Bauunternehmer Ing. Alexander Zerkowitz und entwarf einen Wohnblock. Zwischen 1910 und 1912 wurden vier Häuser an der Ecke Grillparzerstraße-Humboldtstraße erbaut, besonders hervorzuheben ist dabei [[Grillparzerstraße 4]].  
Da sich nach dem Weltkrieg ein neues Körperbewußtsein entwickelte, beschloss Ing. Zerkowitz den Bau eines Freibades - dort, wo der Regulierungsplan die Verlängerung der Wastlergasse vorgesehen hatte. Den Entwurf schuf der aus Ungarn stammende und 1932 nach Israel emigrierte Architekt Ing. Eugen Székely (von ihm stammte auch das 1931/32 erbaute und 1944 zerbombte Arbeitsamt an der Ecke Ghegagasse-Bahnhofgürtel und die Vorstadtsiedlung für Arbeitslose und Kurzarbeiter in der Amselgasse).  
Da sich nach dem Weltkrieg ein neues Körperbewußtsein entwickelte, erbaute Ing. Zerkowitz ein Freibad - dort, wo der Regulierungsplan die Verlängerung der Wastlergasse vorgesehen hatte. Den noch bis in die 1950er Jahre wirksamen Entwurf schuf der aus Ungarn stammende und 1935 nach Israel emigrierte Architekt Ing. Eugen Székely (von ihm stammte auch das 1931/32 erbaute und 1944 zerbombte Arbeitsamt an der Ecke Ghegagasse-Bahnhofgürtel und 1933/34 die Stadtrandsiedlung für Arbeitslose und Kurzarbeiter in der Amselgasse).  
 
Ing. Zerkowitz erlebte die Eröffnung des Margaretenbades nicht mehr - man nannte es zur Erinnerung an das Kindermädchen des Sohnes Bruno so.
1938 wurde das Bad "arisiert", nach Wiedereröffnung im Sommer nach dem Anschluss war Juden der Zutritt verboten. Alexanders nichtjüdische Schwiegertochter Anny kämpfte lange um einen halbwegs angemessenen Kaufpreis, ihren Mann Bruno Zerkowitz ereilte jedoch das Schicksal von Millionen seiner Glaubensgenossen: er kam zunächst ins KZ Dachau, wurde dann des Landes verwiesen und flüchtete nach Jugoslawien. Als dort 1941 die Deutschen einmarschierten, verschleppte man ihn ins Lager Jasenovac, wo er 1942 ermordet wurde.


Nach dem Krieg wurde das Bad der Eigentümerfamilie wieder zurückgegeben. Großmutter, Mutter und Sohn Claus hatten in der Wastlergasse überlebt. Nachdem das Bad 1959 schließen musste,


2007 unterschrieben 5000 Bürger für den Erhalt des Bades, ein Jahr später konnte die Initiative das 80-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung "Bad der Erinnerung" in den Räumen im Obergeschoß des Eingangsbaues feiern, der zum "Grätzltreff" geworden war. Vorträge, u.a. von Herber Lipsky, führten in die Vergangenheit des beliebten Schwimmbads.
2007 unterschrieben 5000 Bürger für den Erhalt des Bades, ein Jahr später konnte die Initiative das 80-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung "Bad der Erinnerung" in den Räumen im Obergeschoß des Eingangsbaues feiern, der zum "Grätzltreff" geworden war. Vorträge, u.a. von Herber Lipsky, führten in die Vergangenheit des beliebten Schwimmbads.

Version vom 11. August 2021, 16:35 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8010



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47° 4' 50.52" N, 15° 26' 36.46" E

Margaretenbad

Das Areal des heutigen Freibades gehörte war einst "Zschocks englicher Garten". Um 1900 erwarb ihn der Bauunternehmer Ing. Alexander Zerkowitz und entwarf einen Wohnblock. Zwischen 1910 und 1912 wurden vier Häuser an der Ecke Grillparzerstraße-Humboldtstraße erbaut, besonders hervorzuheben ist dabei Grillparzerstraße 4.

Da sich nach dem Weltkrieg ein neues Körperbewußtsein entwickelte, erbaute Ing. Zerkowitz ein Freibad - dort, wo der Regulierungsplan die Verlängerung der Wastlergasse vorgesehen hatte. Den noch bis in die 1950er Jahre wirksamen Entwurf schuf der aus Ungarn stammende und 1935 nach Israel emigrierte Architekt Ing. Eugen Székely (von ihm stammte auch das 1931/32 erbaute und 1944 zerbombte Arbeitsamt an der Ecke Ghegagasse-Bahnhofgürtel und 1933/34 die Stadtrandsiedlung für Arbeitslose und Kurzarbeiter in der Amselgasse). Ing. Zerkowitz erlebte die Eröffnung des Margaretenbades nicht mehr - man nannte es zur Erinnerung an das Kindermädchen des Sohnes Bruno so. 1938 wurde das Bad "arisiert", nach Wiedereröffnung im Sommer nach dem Anschluss war Juden der Zutritt verboten. Alexanders nichtjüdische Schwiegertochter Anny kämpfte lange um einen halbwegs angemessenen Kaufpreis, ihren Mann Bruno Zerkowitz ereilte jedoch das Schicksal von Millionen seiner Glaubensgenossen: er kam zunächst ins KZ Dachau, wurde dann des Landes verwiesen und flüchtete nach Jugoslawien. Als dort 1941 die Deutschen einmarschierten, verschleppte man ihn ins Lager Jasenovac, wo er 1942 ermordet wurde.

Nach dem Krieg wurde das Bad der Eigentümerfamilie wieder zurückgegeben. Großmutter, Mutter und Sohn Claus hatten in der Wastlergasse überlebt. Nachdem das Bad 1959 schließen musste,

2007 unterschrieben 5000 Bürger für den Erhalt des Bades, ein Jahr später konnte die Initiative das 80-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung "Bad der Erinnerung" in den Räumen im Obergeschoß des Eingangsbaues feiern, der zum "Grätzltreff" geworden war. Vorträge, u.a. von Herber Lipsky, führten in die Vergangenheit des beliebten Schwimmbads.

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