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"Cottone-Druckerey"
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1767 als ''Codon und Leinwanth Truckherey'' von Andrä Farovino errichtet. 1825, wohl nach der Verlegung des Mühlgangs  weiter nach Westen (der alten Verlauf ist noch an der schiefen Grenze des Hauses Am Frei- garten 6 zu erkennen), wurde das Fabriks- und Werkstattgebäude aufgelassen und zu Wohnzwecken adap- tiert. Die Gebäudeteile mit den Hausnummern 65 – 71 sind schon vor Jahrzehnten (teils schon 1910) abge- rissen worden.
1984 ist das erhaltene Objekt (die ehemalige Mange) in der Kunsttopo- graphie der Bezirke Gries und Lend, S. 263, gewürdigt worden: ''Zweigeschossiges, von einem Paralleldach mit dreifachen Schopf- walmgiebeln nach Osten und Westen überdachtes Gebäude des 18. Jhs. mit älterem Baukern, einläufige Treppenrampe zum Obergeschoß, tonnengewölbte Keller, tonnengewölbte Flure, im Obergeschoß mit Stichkappen.''
Ein auf Betreiber der Baubehörde eingeleitetes Unterschutzstellungs-Verfahren des Bundesdenkmalamtes führte 2004 zu der Erkenntnis, das Objekt sei wegen seines "desaströsen" Zustandes als Denkmal nicht zuerhalten. Das führte zu einem Abbruchbescheid der Baubehörde. Versuche des Besitzers, eine Sanierung - mit Aufstockung - vorzunehmen, scheiterten. Nun greift eine bekannte Investoren- bzw. Verwerter-Gruppe nach dem Objekt, dessen Abbruch unmittelbar bevorsteht.


 
''Kommentar: Der als wertvolles Industriedenkmal zu wertende Gebäudekomplex mit seiner einzigartigen Baustruktur liegt leider knapp außerhalb der Altstadt-Schutzzone. Mit seinem Abbruch wird nach dem Mustralhof Am Damm 53 wieder ein Stück Grazer Industriegeschichte dem Erdboden gleichgemacht werden. Tatsächlich könnte das Gebäude gerettet werden, wie die intakt gebliebenen, trockenen Kellergewölbe und die im Obergeschoß erhaltene Stuckdecke zeigen.''
''Kommentar: Auch wenn das pittoreske Bild des 19. Jhs. heute nicht mehr erkennbar ist, sollte der Erhaltung des heute als Gasthaus genutzten Gebäudes größeres Augenmerk zugewendet werden. Es ist derzeit nicht denk- malgeschützt und liegt auch nicht in einer Altstadt-Schutzzone. Als einer der letzten erhaltenen Gülthöfe des 17. Jhdts. sollte raschest eine Unterschutzstellung durch das Denkmalamt eingeleitet werden.''


[[Kategorie:Schutz-Kataster Lend]][[Kategorie:Josefigasse]][[Kategorie:Adresse]]
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Version vom 30. Juli 2011, 09:44 Uhr

"Cottone-Druckerey"

1767 als Codon und Leinwanth Truckherey von Andrä Farovino errichtet. 1825, wohl nach der Verlegung des Mühlgangs weiter nach Westen (der alten Verlauf ist noch an der schiefen Grenze des Hauses Am Frei- garten 6 zu erkennen), wurde das Fabriks- und Werkstattgebäude aufgelassen und zu Wohnzwecken adap- tiert. Die Gebäudeteile mit den Hausnummern 65 – 71 sind schon vor Jahrzehnten (teils schon 1910) abge- rissen worden. 1984 ist das erhaltene Objekt (die ehemalige Mange) in der Kunsttopo- graphie der Bezirke Gries und Lend, S. 263, gewürdigt worden: Zweigeschossiges, von einem Paralleldach mit dreifachen Schopf- walmgiebeln nach Osten und Westen überdachtes Gebäude des 18. Jhs. mit älterem Baukern, einläufige Treppenrampe zum Obergeschoß, tonnengewölbte Keller, tonnengewölbte Flure, im Obergeschoß mit Stichkappen. Ein auf Betreiber der Baubehörde eingeleitetes Unterschutzstellungs-Verfahren des Bundesdenkmalamtes führte 2004 zu der Erkenntnis, das Objekt sei wegen seines "desaströsen" Zustandes als Denkmal nicht zuerhalten. Das führte zu einem Abbruchbescheid der Baubehörde. Versuche des Besitzers, eine Sanierung - mit Aufstockung - vorzunehmen, scheiterten. Nun greift eine bekannte Investoren- bzw. Verwerter-Gruppe nach dem Objekt, dessen Abbruch unmittelbar bevorsteht.

Kommentar: Der als wertvolles Industriedenkmal zu wertende Gebäudekomplex mit seiner einzigartigen Baustruktur liegt leider knapp außerhalb der Altstadt-Schutzzone. Mit seinem Abbruch wird nach dem Mustralhof Am Damm 53 wieder ein Stück Grazer Industriegeschichte dem Erdboden gleichgemacht werden. Tatsächlich könnte das Gebäude gerettet werden, wie die intakt gebliebenen, trockenen Kellergewölbe und die im Obergeschoß erhaltene Stuckdecke zeigen.

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